Wer im Internet gut platziert ist, darf sich nicht nur über viele neue Kunden freuen, sondern muss sich auch über immer mehr Spam ärgern.
So schreibt Spiegel Online Ende Dezember 2006: “Großer Anstieg des Spam-Aufkommens: Im vergangenen Monat stieg das ohnehin schon hohe Spam-Aufkommen noch einmal um 35 Prozent und überraschte mit diesem Wachstum sogar die Experten. Damit sind 90 Prozent aller E-Mails im Netz lästige Werbung – nächstes Jahr könnte es noch schlimmer kommen.”
Stimmt, passt exakt zu meinen Beobachtungen. Im November 2006 bemerkte ich eine extreme Zunahme von Spam-Emails. Grund genug, einige Überlegungen und Lösungen hier zur Diskussion zu stellen.
Zunächst sollten Sie unbedingt darauf achten, zwei Typen von E-Mailadressen zu unterscheiden: die, mit denen Sie langfristig arbeiten wollen. Und die, die online eingesetzt werden.
Auf die eigene Website gehört also auf keinen Fall die E-Mail-Adresse, die auch auf der Visitenkarte oder dem Briefpapier steht. Denn eine Emailadresse auf Websites wird zwangsläufig innerhalb weniger Tage in die Hände von Spammern fallen. Dann kann schnell das Spamaufkommen so groß, sein, dass es lästig wird, zwischen dem ganzen Müll die ernsthaften Anfragen rauszusuchen.
Viele versuchen diesem Problem zu entgehen, indem sie nur ein Bild ihrer E-Mail-Adresse auf die Website stellen. Der Vorteil: die Spam-Harvester (Software der Spammer, die automatisch E-Mailadressen auf Websites sucht) können diese E-Mail-Adresse nicht erkennen. Doch auch dem potenziellen Kunden wird das Leben schwer gemacht: er muss die Adresse von Hand abtippen. Das Verlinken des Bildes mit dem E-Mailprogramm ist übrigens keine Lösung, denn spätestens in diesem Link steht dann wieder die E-Mail-Adresse im Klartext.
Ähnlich unschön finde ich Lösungen, bei denen E-Mail-Adressen umschrieben werden (z.b. mail (at) domain (dot) de), da auch hier dem potenziellen Kunden zuviel Arbeit gemacht wird. Das gilt auch für Aufforderungen, bestimmte Teile der E-Mail-Adresse zu entfernen, um sie nutzbar zu machen.
Ich tendiere deshalb dazu, im Internet häufig wechselnde Adressen zu nutzen. Immer dann, wenn eine E-Mail-Adresse “verbrannt” ist, wenn an sie also Unmengen von Spam gesendet werden, wird diese Adresse deaktiviert und eine neue Adresse wird genutzt.
Nachteil hierbei: wer sich die alte Adresse speicherte, bekommt eine Fehlermeldung. Das lässt sich aber minimieren, indem Anfragern grundsätzlich von einer anderen E-Mail-Adresse aus geantwortet wird.
Trotzdem bleiben noch immer viele Spam-Mails, die den eigenen Rechner erreichen. Sowohl mit Microsoft Entourage für den Apple als auch mit Apple Mails internem Spamfilter war ich da nie so richtig zufrieden.
Entourage funktioniert beispielsweise in der Filter-Stufe “Niedrig” relativ zuverlässig. Mit dem Nachteil, dass noch sehr viel Spam im Postfach landet. Die nächste Filterstufe “Hoch” filtert zwar den ganzen Spam sehr gut aus, aber auch viele Nachrichten, die man gern erhalten hätte, landen im Müll.
Apple Mail hat ein ähnliches Problem. Zu viel Spam landet im Postfach. Und zu oft bleiben gute Nachrichten im Spamfilter hängen.
Mit externen Spamfiltern, die bei Providern laufen, konnte ich mich nicht anfreunden. Ich will schon gerne wissen, was gefiltert wird und möchte das auch möglichst einfach kontrollieren können …
Jetzt habe ich ein tolles Plug-in entdeckt, leider nur für Apple Rechner: SpamSieve. Das Plugin funktioniert mit diversen Mailprogrammen, auch mit Entourage, ich nutze es mit Apple Mail.
SpamSieve arbeitet mit Wahrscheinlichkeitsberechnungen und funktioniert bei mir extrem zuverlässig. Die Software holt mit ganz wenigen Ausnahmen den ganzen Spam aus meiner Post. Trotzdem liegt der Anteil von guten Mails, die als Spam ausgefiltert werden, ganz nah bei Null.
Sehr praktisch finde ich, dass Spams mit unterschiedlichen Farben versehen werden, entsprechend der Eindeutigkeit, mit der es sich um Spam handelt. So lässt sich der Spamordner schnell visuell auf Mails überprüfen, die dort nicht hineingehören.
Wer immer noch von E-Mails genervt ist, sollte mal die 30-Tage-Demo testen und einen angenehm leeren Posteingang genießen.
Selbst “verdeckte E-Mailadressen” können mittlerweile erkannt werden, d.h. Grafiken ausgelesen werden und (at) Umschreibungen sowieso.
Außerdem werden info@… E-Mailadressen meist ganz automatisch angespammt, auf gut Glück, weil diese fast bei jeder Domain existiert.
Ein sehr guter (und kostenloser) Spamfilter für Windows ist übrigens “Spamihilator” von Michel Krämer. Absolut zuverlässig, bei mir werden im Durchschnitt 150 Spam-Mails pro Tag herausgefiltert, 2-3 kommen noch durch.
Im professionellen Bereich nutze ich den Hosted Exchange Service von Schlund. Dort wird der Spam schon auf dem Server gefiltert (hervorragende Spamerkennung). Wenn man die Mails z.B. per Push-Mail auf dem Handy oder Blackberry empfängt, wird nicht ständig der Posteingang vollgemüllt.
Ich benutze seit ca. einem Jahr den SpamBayes (http://spambayes.sourceforge.net/). Gibt es wohl auch für den Mac
Allerdings nicht das Outlook-Plugin, sondern den Pop3Proxy.
Nach wenigen Tagen “Einlern”-Zeit, schaue ich max. noch einmal im Monat zur Kontrolle durch den SPAM.
Das Ding arbeitet seit vielen Monaten höchst zuverlässig.
Kann ich wirklich jedem wärmstens empfehlen.
Herzliche Grüße
Stefan
Spambayes ist wirklich gut, da auch selbst erweiterbar. Ansonsten kann ich noch Spampal (spampal.de) empfehlen. Im professionellen Bereich gefällt mir die Firewall von Baracuda recht gut.