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Befindet sich auch Ihre Website in schlechter Nachbarschaft?

Der schnellste Weg, sich mit seiner Website in schlechte Nachbarschaft zu begeben, ist falsch betriebener Linktausch. Immer wieder sehe ich im Websitecheck Websites, deren Linkseiten exakt so aufgebaut sind, wie man es nicht machen sollte.

Grundsätzlich ist Linktausch, richtig betrieben, etwas positives. Er bietet Besuchern der eigenen Website die Möglichkeit, weitere Webangebote zu besuchen, die sie ebenfalls interessieren könnten. Im Gegenzug bekommt man wiederum Besucher von den Sites, auf die man verlinkt hat. Wenn diese verlinkten Sites thematisch zusammenpassen, haben die Besucher etwas vom Linktausch und die Betreiber der Websites ebenso. (Auch weil bei jedem Linktausch ein bißchen PageRank vererbt wird.)

Schlechter Linktausch ist das, was ich auf vielen Websites von Unternehmen sehe. Da werden auf einer einzigen Unterseite hunderte von Links zusammengeworfen, von denen die meisten absolut nichts mit dem Thema der Website zu tun haben. Viele dieser Links führen obendrein zu Websites, die ästhetisch oder inhaltlich so unterirdisch sind, dass kein Mensch bei klarem Verstand auf diese Sites linken würde.

Warum werden solche Linkseiten eingerichtet? Nun, vernünftiger Linktausch – wie oben beschrieben – ist zeitlich sehr aufwendig und damit unterm Strich teuer. Viele Betreiber von Websites gehen deshalb den bequemen Weg, sich mit absolut jeder Site zu verlinken, die sich dafür hergibt. Wenn diese Site dann womöglich noch einen PR von 4 oder 5 hat, fallen alle Hemmungen über Bord. Dabei wird gern übersehen, dass nur die Homepage den hohen PageRank hat. Die eigentliche Linkseite hat vielleicht nur einen PageRank von 2 und den muss man sich auch noch mit hunderten von ausgehenden Links teilen.

Das wahllose Verlinken hat zwei große Nachteile: Erstens wird eine Website, die auf “Schrott” verlinkt, von Google ebenfalls als minderwertig eingestuft. Mit hohen Platzierungen im Ranking dürfte es so nichts werden. Zweitens wird es richtig kritisch, wenn eine der zahllosen dubiosen Websites, auf die man verlinkt, Spammimgtechniken anwendet und dafür von Google aus dem Index geworfen wird. Als Website, die auf eine abgestrafte Site linkt, steht man in großer Gefahr, selbst abgestraft zu werden. “Bad Neighbourhood” ist übrigens der Begriff, mit dem das beschrieben wird.

Wie lassen sich solche Probleme weit gehend ausschließen? Fragen Sie sich bei jedem Linktausch, ob dieser thematisch zum Ziel Ihrer Website passt und ob Ihre Besucher einen Mehrwert davon haben. Fragen Sie sich zudem, ob die verlinkte Website wirklich im Stil zu Ihnen passt. Stellen Sie sich einfach die Site als Mensch vor und überlegen Sie, ob Sie mit dieser Person in der Öffentlichkeit gesehen werden wollen. Wenn nicht, dann lassen Sie lieber den Linktausch.

E-Mail-Spam – und was man dagegen tun kann

Wer im Internet gut platziert ist, darf sich nicht nur über viele neue Kunden freuen, sondern muss sich auch über immer mehr Spam ärgern.

So schreibt Spiegel Online Ende Dezember 2006: “Großer Anstieg des Spam-Aufkommens: Im vergangenen Monat stieg das ohnehin schon hohe Spam-Aufkommen noch einmal um 35 Prozent und überraschte mit diesem Wachstum sogar die Experten. Damit sind 90 Prozent aller E-Mails im Netz lästige Werbung – nächstes Jahr könnte es noch schlimmer kommen.”

Stimmt, passt exakt zu meinen Beobachtungen. Im November 2006 bemerkte ich eine extreme Zunahme von Spam-Emails. Grund genug, einige Überlegungen und Lösungen hier zur Diskussion zu stellen.

Zunächst sollten Sie unbedingt darauf achten, zwei Typen von E-Mailadressen zu unterscheiden: die, mit denen Sie langfristig arbeiten wollen. Und die, die online eingesetzt werden.

Auf die eigene Website gehört also auf keinen Fall die E-Mail-Adresse, die auch auf der Visitenkarte oder dem Briefpapier steht. Denn eine Emailadresse auf Websites wird zwangsläufig innerhalb weniger Tage in die Hände von Spammern fallen. Dann kann schnell das Spamaufkommen so groß, sein, dass es lästig wird, zwischen dem ganzen Müll die ernsthaften Anfragen rauszusuchen.

Viele versuchen diesem Problem zu entgehen, indem sie nur ein Bild ihrer E-Mail-Adresse auf die Website stellen. Der Vorteil: die Spam-Harvester (Software der Spammer, die automatisch E-Mailadressen auf Websites sucht) können diese E-Mail-Adresse nicht erkennen. Doch auch dem potenziellen Kunden wird das Leben schwer gemacht: er muss die Adresse von Hand abtippen. Das Verlinken des Bildes mit dem E-Mailprogramm ist übrigens keine Lösung, denn spätestens in diesem Link steht dann wieder die E-Mail-Adresse im Klartext.

Ähnlich unschön finde ich Lösungen, bei denen E-Mail-Adressen umschrieben werden (z.b. mail (at) domain (dot) de), da auch hier dem potenziellen Kunden zuviel Arbeit gemacht wird. Das gilt auch für Aufforderungen, bestimmte Teile der E-Mail-Adresse zu entfernen, um sie nutzbar zu machen.

Ich tendiere deshalb dazu, im Internet häufig wechselnde Adressen zu nutzen. Immer dann, wenn eine E-Mail-Adresse “verbrannt” ist, wenn an sie also Unmengen von Spam gesendet werden, wird diese Adresse deaktiviert und eine neue Adresse wird genutzt.

Nachteil hierbei: wer sich die alte Adresse speicherte, bekommt eine Fehlermeldung. Das lässt sich aber minimieren, indem Anfragern grundsätzlich von einer anderen E-Mail-Adresse aus geantwortet wird.

Trotzdem bleiben noch immer viele Spam-Mails, die den eigenen Rechner erreichen. Sowohl mit Microsoft Entourage für den Apple als auch mit Apple Mails internem Spamfilter war ich da nie so richtig zufrieden.

Entourage funktioniert beispielsweise in der Filter-Stufe “Niedrig” relativ zuverlässig. Mit dem Nachteil, dass noch sehr viel Spam im Postfach landet. Die nächste Filterstufe “Hoch” filtert zwar den ganzen Spam sehr gut aus, aber auch viele Nachrichten, die man gern erhalten hätte, landen im Müll.

Apple Mail hat ein ähnliches Problem. Zu viel Spam landet im Postfach. Und zu oft bleiben gute Nachrichten im Spamfilter hängen.

Mit externen Spamfiltern, die bei Providern laufen, konnte ich mich nicht anfreunden. Ich will schon gerne wissen, was gefiltert wird und möchte das auch möglichst einfach kontrollieren können …

Jetzt habe ich ein tolles Plug-in entdeckt, leider nur für Apple Rechner: SpamSieve. Das Plugin funktioniert mit diversen Mailprogrammen, auch mit Entourage, ich nutze es mit Apple Mail.

SpamSieve arbeitet mit Wahrscheinlichkeitsberechnungen und funktioniert bei mir extrem zuverlässig. Die Software holt mit ganz wenigen Ausnahmen den ganzen Spam aus meiner Post. Trotzdem liegt der Anteil von guten Mails, die als Spam ausgefiltert werden, ganz nah bei Null.

Sehr praktisch finde ich, dass Spams mit unterschiedlichen Farben versehen werden, entsprechend der Eindeutigkeit, mit der es sich um Spam handelt. So lässt sich der Spamordner schnell visuell auf Mails überprüfen, die dort nicht hineingehören.

Wer immer noch von E-Mails genervt ist, sollte mal die 30-Tage-Demo testen und einen angenehm leeren Posteingang genießen.