Schon ein paar Wochen her, dass ich eine lustige Anfrage hatte. Sie kam von einem Website-Betreiber, der damals mit einer Keyword-Kombi auf Platz 4 in den Suchergebnissen bei Google war. Trotzdem hatte er nur 2 bis 4 Besucher im Monat auf seiner Site. Er fragte sich, ob es an seinem Beschreibungstext läge. Oder an seiner Homepageadresse. Denn „bei 2.200.000 Zugriffen pro Monat müssten sich mehr als 2 – 4 User auf meine Seite verirren“, schrieb er mir.
Nanu. Was war da los? Die Keyword-Kombi war „führenden Online Shops“. Eine Kombi, wo man spontan sagen kann, dass die nicht viele Nutzer für die Suche verwenden werden. Wie kommt man da auf 2.200.000 Zugriffe pro Monat?
Wer die Keyword-Kombi bei Google eingibt, kommt dem Rätsel auf die Spur. Denn die 2.200.000 standen für die Ergebnisseiten, die gelistet wurden. Diese Zahl wurde einfach mit der Zahl der Suchanfragen verwechselt.
In dem Fall war es von vornherein ziemlich offensichtlich, dass so eine spezielle Kombi nicht viele Zugriffe bringen dürfte. Doch leider ist die Sache nicht immer so eindeutig. Wie kann ich also abschätzen, welche Suchbegriffe wirklich relevant sind?
Leider nicht ganz trivial zu beantworten. Man kann viel Zeit mit der Suche verbringen und wird diese auch brauchen. Denn meist ist es so, dass man die wirklich attraktiven Suchwortkombinationen erst nach längerer Zeit identifiziert.
Der Grund: die Einzelsuchworte, die auf der Hand liegen, haben natürlich alle anderen auch schon entdeckt. Entsprechend umkämpft sind diese und entsprechend viel Zeit und Geld muss ich in einen Neukunden stecken, den ich über das Internet gewinnen will.
Lukrativer ist deshalb meist der Blick auf nicht so sehr beachtete Suchworte und auf Suchwort-Kombinationen. Doch da stellt sich die Frage: wie relevant sind die denn?
Drei Daumenregeln gibt es, die zumindest in manchen Fällen für den Anfang weiterhelfen.
Check 1: Werden für den Suchbegriff im kostenlosen Listing Websites angezeigt, die etwas mit Ihrem Angebot zu tun haben? Falls ja, ist das ein gutes Signal. Es bedeutet aber gleichzeitig, dass Ihre Wettbewerber dieses Keyword auch schon entdeckt haben. Machen Sie sich also schon mal auf einen gewissen Aufwand gefasst, um nach vorne zu kommen.
Check 2: Werden für den Suchbegriff Adwords-Anzeigen geschaltet, die etwas mit Ihrem Angebot zu tun haben? Auch das ist ein gutes Signal, aber ebenfalls ein Indikator für einen umkämpften Suchbegriff.
Check 3: Ein brauchbares und kostenloses (die meisten Hilfsmittel dieser Art kosten leider) Tool, das hilft, Besucherzahlen zu schätzen ist „Overture – Suchbegriffe finden“. Die Ergebnisse sind aber nur als ganz grobe Orientierung zu nutzen, mit der Realität haben die oft nicht viel zu tun. Trotzdem gewinnt man einen brauchbaren Eindruck.
Der beste Weg, die richtig guten Suchbegriffe zu finden, ist aber immer noch eine gute Logging-Software und der gelegentliche Blick in die Logfiles. Wer hier zwischen den Zeilen lesen kann, findet immer wieder Suchbegriff-Kombis, die attraktiv sind, von denen der Wettbewerb aber offensichtlich noch nicht weiß …
Ähnlich hilfreich ist eine Suchfunktion auf der eigenen Website. Aber bitte nicht die von Google nutzen, sondern eine, die man vernünftig per Statistik auf Suchanfragen auswerten kann.